Zusammen mit GESIS in Mannheim wertet unser Arbeitsbereich an der Uni Hamburg die Daten der aktuellen PIAAC-Studie bezogen auf Erwachsene mit geringer Lesekompetenz aus.

An dieser Stelle veröffentlichen wir die Ergebnisse zum Thema Ost-West-Vergleich als PDF-Präsentation. Es liegt zusätzlich eine Version mit Presenter-Kommentaren vor, auf denen Sie zusätzliche Informationen zu den jeweiligen Grafiken finden.

Wichtige Aspekte zum Vergleich Ost- und Westdeutschland – Unterschiede der Zusammensetzung im Level One.

  • Gering literalisierte Erwachsene sind im Osten heute überwiegend in der höchsten Alterskategorie vertreten (Folie 14, 18). Der Effekt ist nicht allein durch Alterung der Bevölkerung zu erklären (Folie 16).
  • Die Männer sind in beiden Landesteilen häufiger betroffen (Folie 30)
  • Im Osten sind im Level 1 inzwischen mehr Zugewanderte als früher, allerdings immer noch deutlich weniger als im Westen (Folien 43 ff), bei der Erstsprache ist die Lage ähnlich (Folie 54). Das deckt sich mit den Referenzfolien und zeigt, dass Einwanderung im Westen seit Langem normal ist, während sie im Osten noch neu ist und möglicherweise als stark ansteigend wahrgenommen wird.
  • Innerhalb der gering Literalisierten in Ostdeutschland finden sich viele Menschen mit mittlerer Bildung und Berufsbildung (Folie 64) Das erklärt sich nicht allein durch die Bevölkerungszusammensetzung (Folien 66, 67)
  • Auch die elterliche Bildung ist im Osten hoch (Folie 74).
  • Der Erwerbsstatus der gering Literalisierten ist im Osten und Westen statistisch gleich, weicht also nicht signifikant voneinander ab, das liegt aber zum Teil an den kleinen Fallzahlen (Folie 87-92).
  • Bürotätigkeit bei geringer Literalität ist gesunken, die Referenzfolie (105) weist auf eine leichte Polarisierung der Berufstätigkeiten hin, in der die mittlere Kategorie (Bürotätigkeiten) insgesamt eher geringer wird.
  • Die Weiterbildungsbeteiligung geringliteralisierter Erwachsener ist im Osten im Jahr 2023 etwas höher als im Westen.

Insgesamt ist die Gruppe der gering literalisierten Erwachsenen in Ostdeutschland älter, männlich, hat eine Berufsbildung, ist seltener zugewandert, ist ähnlich häufig erwerbslos, allerdings in Einfachtätigkeiten, und bildet sich minimal häufiger weiter als die Vergleichsgruppe im Westen. Im Osten würde es sich daher empfehlen, etwas mehr auf Ältere, Erwerbssuchende und Alteingesessene zuzugehen als im Westen. Im Westen ist die Zielgruppe häufiger zugewandert und in Einfachtätigkeiten beschäftigt.